6. November 2012 | Energiesparen | 11 Kommentare

Stromsparen beginnt mit dem Ändern von Gewohnheiten.

Gewohnheiten sind so eine Sache.

Meist laufen sie unbewusst ab. Über die Jahre haben sie sich in unsere Alltagsabläufe eingeschlichen, sind zur täglichen Routine geworden, über die wir nicht lange nachdenken: Morgens als Erstes der Griff zum Wecker, Licht an, schlaftrunkendes Wanken ins Bad, Zähne putzen, duschen… so was. Gerade dieses „Licht an“, jetzt in der dunklen Jahreszeit, kann viel Strom verbrauchen. Denn selbst wer seinen gesamten Haushalt auf LED-Lichter oder Stromsparlampen umgerüstet hat: Sobald das Licht leuchtet, wird Strom verbraucht. Mal mehr, mal weniger.

Nicht wenige Menschen aber lassen das Licht brennen in Räumen, in denen sie schon gar nicht mehr sind und auch nicht so schnell dorthin zurückkehren. In der Küche etwa, nachdem sie sich einen Snack für den Abend vor der Glotze geholt haben. Alte Gewohnheit halt. Oder sie machen die Spülmaschine an, obwohl diese noch nicht ganz voll ist, nur weil sie einen frischen Teller brauchen. Dabei wäre es klüger, den von Hand zu waschen und zu warten bis die Maschine voll ist. Und so weiter.

„So ein paar Lampen in Küche – das macht doch nichts!“, mag sich manch einer denken. Stimmt. Einmal, zwei Mal fällt das nicht ins Gewicht. Doch das läppert sich. Und genau das ist es ja, was Gewohnheiten so gefährlich macht: Es ist uns nicht bewusst.

Experten und Stromberater raten daher etwa dazu eine Woche lang ein Tagebuch zu führen, um so diese versteckten Stromfresser-Routinen aufzuspüren. Eine Art protokollierte Verbrauchskontrolle – die Sie natürlich auch später dazu nutzen können, um Ihr Stromsparen zu dokumentieren.

Erwarten Sie echte Erfolge allerdings nicht zu früh.

Rund 66 Tage brauchen wir für eine neue Gewohnheit.

Natürlich ist es leicht zu sagen: Lernen Sie eine neue Gewohnheit. In der Praxis aber fällt das in der Regel ungemein schwer. Denn dazu sind zwei Schritte erforderlich: Wir müssen uns die alte Routine abgewöhnen und sie durch eine neue ersetzen. Laut Wissenschaft ist das der erfolgreichste Weg. Aber der dauert…

Und zwar länger als die meisten vermuten. Als die Psychologin Phillippa Lally vom University College in London dies vor ein paar Jahren untersuchte, stellte sie fest: Die Phase vom bewussten Ausführen einer Tätigkeit bis zur automatisierten Gewohnheit beträgt im Durchschnitt 66 Tage. Also etwas mehr als zwei Monate.

Ein weiteres, wenn auch weniger spektakuläres Ergebnis der Studie war: Komplexe Gewohnheiten brauchen noch einmal rund 1,5 Mal länger, bis sie sich eingeschliffen haben. Immerhin: Wer einen Tag mit dem Einüben aussetzt, schadet dem Lernprozess nicht. Wer sich eine neue Gewohnheit aneignen will, darf auch mal ein, zwei Tage damit schlampen und kommt dennoch zum Ziel. Länger allerdings auch nicht, sonst kehren wir schon bald zur alten Routine zurück.

Apropos Stromsparen…

Wir stellen vor: unser Yello Quartett mit dem sich spielend Stromsparen lernen lässt. Schon am kommenden Donnerstag stellen wir das neue Yello Quartett vor und verlosen auch gleich ein paar dieser Kartenspiele. Dahinter steckt ein klassisches Quartett mit 32 Blatt und acht Kategorien rund um Energiesparer in Haushalt, Büro und Freizeit. So lernen Sie nebenbei nicht nur, welche Geräte im Schnitt wie viel Strom verbrauchen, sondern auch wo Sie überall vielleicht noch mehr Energie sparen können.

Über den Autor.

Jochen Mai war von Dezember 2011 bis November 2013 Social Media Manager bei Yello Strom. Als leidenschaftlicher Blogger hat er natürlich auch hier im Bloghaus mitgeschrieben.

  1. Lukas sagt:

    Interessanter Beitrag, besonders das mit dem 66 Tagen ist mir völlig neu! Eventuell kann man sich mit kleinen Post-its an den Lichtschaltern daran erinnern, dass man die Lampen schneller ausmacht, wenn man sie nicht so braucht. Kann mich noch an meine Schulzeit erinnern, da hatten wir sowas auch, obwohl ich damals noch nicht wirklich drüber gedacht habe;)!

  2. Jochen sagt:

    Die Idee, im Haus Post-it-Spuren zu legen, finde ich richtig gut. Eine schöne Eselsbrücke…

  3. John sagt:

    Vielen Dank für den Beitrag. Es ist immer wieder wichtig, sich das mit dem Ändern von Gewohnheiten auch in Bezug auf das Stromsparen ins Gedächtnis zu rufen. Ich bin nach wie vor erstaunt, wieviel Strom tatsächlich durch die Verwendung von Energiesparlampem eingespart wird. Mein Geschirr spüle ich nach wie vor (und das gerne) per Hand, hat für mich fast eine meditative Funktion:D

  4. Gewohnheiten zu ändern? Ganz sicher bin ich mir nicht, ob es überhaupt sein muss. Fällt das Ausmachen des Lichtes in der Küche nach dem Snack zum TV nicht in die Kategorie, in der sich bereits die Fahrt zum Bäcker mit dem Auto, das 24 Grad geheizte Wohnzimmer oder der 24 Stundenbetrieb des WLAN-Routers befindet? Ich nenne diese Kategorie bei mir den Wohlstandsfaulheitsluxus, bei dem ich ehrlich bin, dass ich ihn mir gönne. Natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen dabei, aber ich kenne diese Laster.

    Da ich diese Laster kenne, würde es mir nicht schwer fallen, die auch meinem Stromanbieter mitzuteilen und so die Prognose über meinen Verbrauch zu verbessern. Meine Gewohnheiten als kleiner Bestandteil bei der Planung des Bedarfs. Gibt es da Ansätze?

    • Jochen sagt:

      Hallo Thorsten, „Wohlstandsfaulheitsluxus“ ist ein schönes Wort. Danke allein dafür.

      Ich kenne dazu allerdings leider keine Ansätze oder Studien. Wäre aber interessant, wenn auch sehr individuell und deshalb wohl auch nicht „planbar“. Aber noch mal zum Wohlstandsfaulheitsluxus: Das müsste man ja gar nicht seinem Stromanbieter mitteilen. Es reicht ja schon, das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen. Etwa, indem man sich vornimmt, das Licht in Räumen wieder auszuschalten, wenn man nicht in diesen Räumen ist. Das soll jetzt aber gar kein moralischer Zeigefinger sein. Wie immer sind ja Erkenntnis und Problembewusstsein die ersten Schritte zur Besserung. Was der eine oder die andere dann ändert, bleibt wieder eine individuelle Entscheidung. Dann aber eine bewusste.

  5. schulz sagt:

    ob man die Glühbirne mit dem ständigen ein und aus nciht in ihrer Lebensdauer beeinflußt das würde mich mal interessieren.

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Reaktionen

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  2. […] oder im Büro – gibt es noch immer große Einsparpotenziale – manchmal sind nur kleine Verhaltensänderungen nötig: Stand-by-Schalter von elektrischen Geräten ausknipsen, Wäsche statt bei 60 Grad nur bei […]

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  4. […] und -trocknen Energie einsparen lässt. Wie die EnergieAgentur.NRW rät, können kleine Änderungen von Nutzungsgewohnheiten sehr effektiv […]