15. November 2013 | Energiesparen | 5 Kommentare

Energiesparen im Haushalt – Stromverbrauch Kühlschrank.

Stromverbrauch Kühlschrank. Der Kühlschrank verbraucht ganz schön viel Energie. Ein wahrer StromfresserKüche, Wohnzimmer, Bad oder Büro – Wissen Sie eigentlich, wo in Ihren eigenen vier Wänden am meisten Strom verbraucht wird? Nicht wirklich? Dann sind Sie hier genau richtig, denn diese und andere Fragen rund um das Thema “Energiesparen im Haushalt” beantwortet uns der Energieblogger Andreas Kühl.

Ein Gastbeitrag von Andreas Kühl.

Wenn Haushaltsgeräte das ganze Jahr über Tag und Nacht in Betrieb sind, dann kann man davon ausgehen, dass sie auch zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt gehören. So ist das auch bei den Kühlschränken, und deshalb bekommt er auch den ersten Platz in der Serie Energiesparen im Haushalt. Im Beitrag der vorigen Woche konnte man sehen, dass Kühlschränke bei den Haushaltsgeräten den größten Anteil am Stromverbrauch haben – im Durchschnitt der untersuchten Haushalte. Gefrierschränke haben nach dieser Untersuchung nur einen geringen Anteil von 4,5 Prozent am Stromverbrauch, vermutlich haben diese keine sehr große Verbreitung in den untersuchten Haushalten gehabt.

Aber kommen wir jetzt zum wichtigen Teil. Das Einsparpotential neuer Kühlschränke ist erstaunlich groß. Hier ein paar eindrucksvolle Zahlen als Beispiel. Sie zeigen, wie sehr sich ein neuer sparsamer Kühlschrank lohnt:

  • Kühlschränke in A+++ benötigen 73 Prozent weniger Strom als Geräte von 1997
  • Kühlschränke mit A+++ benötigen 50 Prozent weniger Strom als Geräte mit A+
  • Kühlschränke mit A+++ benötigen übers Jahr gesehen weniger Strom (140 kWh) als eine Energiesparlampe, die ein ganzes Jahr eingeschaltet ist (158 kWh).

Sind diese Zahlen zu abstrakt? Nun, ich habe mal in einem anderen Beitrag ausgerechnet, wie hoch die Einsparung bei einem neuen Kühlschrank mit der Energieeffizienzklasse A++ ist im Vergleich zu einem etwas kleineren Gerät, das 15 Jahre alt ist. Damit kann man im Jahr alleine 115 Euro an Stromkosten einsparen, in weiteren 15 Jahren wären das dann 1.700 Euro (ohne Berücksichtigung eines eventuell weiteren Anstiegs der Strompreise.

Wissenswertes zum Energielabel für den Kühlschrank.

Wer sich also nun entschließt, ein neues sparsameres Gerät zu kaufen, achtet auf das Energielabel. Dieses gilt sowohl für Kühl- und Gefrierschränke, Gefriertruhen, Kühl-Gefrierkombinationen als auch für Weinschränke. Die effizientesten Geräte werden mit der Energieeffizienzklasse A+++ ausgezeichnet. Der Stromverbrauch der Geräte wird in Kilowattstunden pro Jahr angegeben. Weiterhin ist die Größe der Geräte mit dem Nutzinhalt in Litern auf dem Energielabel angegeben, sowohl für die Kühl- als auch für die Gefrierfächer. Seit Juli 2012 müssen alle neuen Geräte im Handel mindestens die Energieeffizienzklasse A+ aufweisen. Schlechtere Geräte sollten also im Handel nicht mehr zu finden sein.

Augen auf beim Stromverbrauch Kühlschrank.

KuehlschrankDie Energieeffizienzklasse A+++ ist bei Kühl- und Gefrierschränken nicht der Standard, es gibt auch noch viele Geräte mit A++. Der Energieverbrauch hängt aber auch von der Größe des Gerätes ab, so kann ein kleineres Gerät mit A++ unter Umständen weniger Strom verbrauchen, als ein großes Gerät mit A+++. Daher sollte beim Kauf nicht nur auf die Energieeffizienzklasse geachtet werden, sondern auch auf den zu erwartenden Stromverbrauch.

Ein weiterer Hinweis, der erwähnenswert ist, ist die No-Frost-Technologie, mit der immer mehr Kühlgeräte ausgestattet sind. Das ist ganz praktisch, denn damit entfällt die Eisbildung im Gerät und somit das lästige abtauen. Durch das Eis im Kühlschrank erhöht sich der Stromverbrauch, allerdings benötigt diese Technik auch Strom, das wird aber kompensiert durch einen Bonus in der Ermittlung der Energieeffizienzklasse.
Einen wesentlichen Einfluss auf den Stromverbrauch des Kühlschrankes hat die Größe, daher sollte beim Kauf genau darauf geachtet werden, wie viel Platz tatsächlich benötigt wird.

Tipps & Tricks für den Alltag.

Aber nicht nur mit neuen Kühlschränken lässt sich Energie sparen. Auch wenn das eigene Gerät vielleicht noch gar nicht so alt ist, kann man auf einen stromsparenden Betrieb achten:

  • Umgebungstemperatur sollte nicht zu warm sein
  • 7 Grad reichen aus im Kühlschrank, – 18 Grad im Gefrierschrank
  • Warme Speisen und Getränke abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden
  • Regelmäßiges Abtauen bei Geräten ohne Abtauautomatik (No-Frost)
  • Kühlschranktüre nur so lange wie nötig öffnen
  • Reinigung der Rohrschlangen an der Rückwand, falls möglich
  • Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen

Über Andreas Kühl.Energieblogger Andreas Kuehl

Andreas Kühl ist Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Mit energynet.de betreibt er einen der bekanntesten und nach dem ebuzzing-Ranking auch einen der einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Dem Thema Energieeffizienz gilt dabei sein besonderes Interesse, sowohl in privaten Haushalten als auch in der Industrie.

Nächsten Freitag geht es hier weiter mit Andreas Kühl und der neuen Serie “Energiesparen im Haushalt”!

  1. August sagt:

    Sehr gute Tipps! Wir haben bei uns vor kurzem auch ein Ratgeber zum Stromsparen veröffentlicht, aber die “extremen” Tipps für’s Energiesparen beim Kühlschrank sind wirklich cool :-)

  2. Kurt sagt:

    Energie sparen ist immer was gutes, vor allem wenn es die kleinen Situationen im Alltag sind, an denen man sich vorher keine größeren Gedanken gemacht hat. Ich habe einen Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A++ und bin damit noch zu frieden. Werde aber wahrscheinlich nochmal auf A+++ umsteigen.

  3. Georg sagt:

    Ich danke Ihnen für diesen interessanten Artikel. Beim Kühlschrank gibt es wirklich ein sehr großes Sparpotenzial. Wenn man auf A+++ umsteigt wird man den Unterschied erkennen. Es lohnt sich sehr in diese Richtung zu investieren. Besonders bei den momentan steigenden Strompreisen.

  4. Karl Edmann sagt:

    Danke für diesen Artikel! Kurz und Kompakt. Ich bin auch der Meinung, dass man sehr darauf achten sollte Energiesparende Geräte zu kaufen. Der Strompreis wird ja sicher in Zukunft nicht niedriger werden oder? ;-)

    VG Karl

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Reaktionen

  1. […] welchen Einfluss die einzelnen Geräte auf den Stromverbrauch haben. Es folgten Beiträge über den Kühlschrank, die Waschmaschine, den Wäschetrockner und den Geschirrspüler. Verbunden mit den Tipps zum Kauf […]