8. November 2013 | Energiesparen | 2 Kommentare

Energiesparen im Haushalt – Wo wird am meisten Strom verbraucht?

Energiesparen im Haushalt. Das sind die größten Stromfresser.Küche, Wohnzimmer, Bad oder Büro – Wissen Sie eigentlich wo in Ihren eingenen vier Wänden am meisten Strom verbraucht wird und welche Geräte die größten Energieschlucker sind? Nicht wirklich? Dann sind Sie hier genau richtig, denn diese und andere Fragen rund um das Thema „Energiesparen im Haushalt“ bentwortet uns der Energieblogger Andreas Kühl.

In unserer neuen Serie beleuchtet er zum Beipiel die Energieeffizienz verschiedener Geräte, erklärt unterschiedliche Energielabels und beschreibt worauf man heutzutage beim Kauf neuer Geräte achten sollte – damit nicht nur die Umwelt, sondern auch der eigene Geldbeutel geschont wird.

Ein Gastbeitrag von Andreas Kühl.

Der Stromverbrauch in privaten Haushalten ist derzeit ein viel diskutiertes Thema in den Medien. Dadurch bekommen wir aber ein verzerrtes Bild vom Energieverbrauch im Haushalt. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hatte Anfang Oktober 2013 eine Untersuchung veröffentlicht, in der 38 Prozent der Befragten der Ansicht gewesen seien, dass die meiste Energie im Haushalt für den Betrieb von Elektrogeräten benötigt wird. In der Praxis kommen elektrische Geräte allerdings nur auf neun Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten. Der ganze Rest wird für Heizung und Warmwasserbereitung (57 Prozent), sowie für die Mobilität benötigt.

Können wir die Bedeutung einzelner Stromverbraucher einschätzen?

Wenn wir schon bei den Energieformen so weit auseinander liegen, wird es auch nicht einfach sein, die Bedeutung einzelner Stromverbraucher im Haushalt einzuschätzen. Wie viel verbrauchen wir für die Beleuchtung, für die Kühlung von Lebensmittel, für die Zubereitung von Lebensmittel, für die Wäsche oder für die Unterhaltungselektronik?

Wenn wir das wüssten, dann wären wir doch schon einen Schritt weiter in der Beurteilung von neuen, sparsameren Geräten. Dann könnten wir sagen, wie viel wir einsparen durch die neuen Energiesparlampen oder LED-Leuchten, was die neue Waschmaschine mit A+++ einspart und wie sich der Stromverbrauch beim neuen Fernseher ändert. Vielleicht lässt sich auch ermitteln, welchen Beitrag Staubsauger in Haushalten am Stromverbrauch haben.

Energiesparen im Haushalt.

Die Suche nach dem Anteil einzelner elektrischer Geräte oder Bereiche im Haushalt am gesamten Stromverbrauch ergibt unterschiedliche Zahlen, wobei die Tendenz immer ähnlich ist. Unterschiede gibt es auch in der Größe der Haushalte, wobei diese auch wieder Gemeinsamkeiten haben. Am ausführlichsten ist eine Untersuchung der Energieagentur NRW aus dem Jahr 2011 unter der Überschrift „Wo im Haushalt bleibt der Strom?“.

Verteilung des Stromverbrauchs in privaten Haushalten.

Betrachtet man alle Haushaltsgrößen zusammen, dann ergibt sich ein interessantes Bild von der Verteilung des Stromverbrauchs mit einigen Überraschungen. Wenn eine elektrische Warmwasserbereitung vorhanden ist, dann führt sie die Hitliste der Verbraucher deutlich an mit circa einem Viertel des gesamten Stromverbrauchs.

Es gibt allein vier Bereiche, die mit 10 Prozent oder etwas mehr zum Stromverbrauch beitragen:

  • Büro mit 12,9 Prozent
  • TV/ Audio mit 11,9 Prozent
  • Warmwasser mit 11,9 Prozent
  • Kühlen mit 10,7 Prozent

Überraschend, finde ich, sind die ersten beiden Bereiche, dort wird vermutlich durch die wachsende Anzahl an Geräten auch der größte Zuwachs in den vergangenen Jahren gewesen sein. Mit diesen Bereichen befasst man sich sonst wenig, was den Stromverbrauch betrifft. Aber ein Viertel des Stromverbrauchs im Durchschnitt aller untersuchten Haushalte ist nicht gerade wenig.

Relevant für den Stromverbrauch sind auch noch die Bereiche Beleuchtung (9,7 Prozent) und Kochen (9,0 Prozent). Relativ unbedeutend im Durchschnitt aller Haushalte, bei jedem einzelnen kann das wieder anders aussehen, sind hingegen weitere Bereiche:

  • Staubsauger (7,2 Prozent)
  • Trocknen (6,6 Prozent)
  • Umwälzpumpe (6,0 Prozent)
  • Spülen (5,1 Prozent)
  • Waschen (4,9 Prozent)
  • Gefrieren (4,5 Prozent)

Energielabel sorgt für Transparenz und Fortschritte bei Verringerung des Stromverbrauchs.

Nahezu alle genannten Bereiche sind bereits hinsichtlich des Energieverbrauchs durch die EU reglementiert und mit dem Energielabel wird der Verbrauch neuer Produkte transparent. Die Staubsauger erhalten ihr Energielabel und Anforderung an den maximalen Stromverbrauch im kommenden Jahr.

Nur im Bereich der Büro-Ausstattung gibt es noch keine derartige Regelung, hier ist die Suche nach energieeffizienten Geräten aufwändiger als in den anderen Bereichen.

Die technische Entwicklung insbesondere bei der Beleuchtung und der weißen Ware hat gezeigt, dass Vorschriften für die Transparenz des Energieverbrauchs, in Form des Energielabels, Innovationen und deutliche Fortschritte in der Energieeffizienz auslösen können. Die Vorschriften für den maximal zulässigen Verbrauch bekommt dann, wie im Fall der weißen Ware, kaum noch jemand mit. Bei der Beleuchtung und den Staubsaugern lief es leider anders herum, zuerst die Vorschrift und dann das Energielabel, entsprechend groß sind dann die Aufregung und der Widerstand.

Über Andreas Kühl.Energieblogger Andreas Kuehl

Andreas Kühl ist Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Mit energynet.de betreibt er einen der bekanntesten und nach dem ebuzzing-Ranking auch einen der einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Dem Thema Energieeffizienz gilt dabei sein besonderes Interesse, sowohl in privaten Haushalten als auch in der Industrie.

Nächsten Freitag geht es hier weiter mit Andreas Kühl und der neuen Serie „Energiesparen im Haushalt“!

  1. claudia sonntag sagt:

    erbitte regelmäßigen newsletter über energie- und wasserspartipps.

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Reaktionen

  1. […] Auftakt dieser Serie machte ein Beitrag über die Verteilung des Stromverbrauchs im Haushalt, fand ich sehr wichtig um zu sehen, welchen Einfluss die einzelnen Geräte auf den Stromverbrauch […]