29. November 2013 | Energiesparen | 4 Kommentare

Strom sparen mit Waschmaschinen – beim Kauf und im Alltag.

Waschmaschine_vollgeladenKüche, Wohnzimmer, Bad oder Büro – Wissen Sie eigentlich wo in Ihren eigenen vier Wänden am meisten Strom verbraucht wird und welche Geräte die größten Energieschlucker sind? Nicht wirklich? Dann sind Sie hier genau richtig, denn diese und andere Fragen rund um das Thema „Energiesparen im Haushalt“ beantwortet uns der Energieblogger Andreas Kühl.
Heute nimmt der Experte die Waschmaschine genauer unter die Lupe und zeigt auf, worauf beim Kauf neuer Geräte geachtet werden sollte – damit nicht nur die Umwelt, sondern auch der eigene Geldbeutel geschont wird.

Ein Gastbeitrag von Andreas Kühl.

Es gibt Haushaltsgeräte, die sind unentbehrlich und laufen rund um die Uhr, die Kühlschränke, und es gibt Haushaltsgeräte, die umstritten sind, wie die Wäschetrockner. Es gibt aber auch ein Gerät im Haushalt, das heute nicht mehr wegzudenken ist: Im Jahr 2010 besaßen nach Angaben des Statistik-Portals statista 98 Prozent aller deutschen Haushalte eine Waschmaschine.

Auch wenn sie in vielen Fällen, vor allem bei Familien mit kleinen Kindern, fast täglich laufen, tragen Waschmaschinen im Durchschnitt nur erstaunliche knapp fünf Prozent zum Stromverbrauch in deutschen Haushalten bei.
Bei Waschmaschinen ist die Energieeffizienzklasse A+++ mittlerweile zum Standard geworden. Die effizientesten Geräte auf dem Markt verbrauchen sogar nur noch die Hälfte des zulässigen Stroms für die höchste Energieeffizienzklasse. Damit sind neue Waschmaschinen die effizientesten Haushaltsgeräte mit einem Verbrauch von weniger als 100 kWh im Jahr.
Im Vergleich zu alten Waschmaschinen kommt bei einem neuen Gerät locker eine Einsparung bei den Stromkosten von etwa 40 Euro im Jahr, beziehungsweise über 1.000 Euro, bei einer Lebensdauer von 15 Jahren, zusammen. Dazu muss sogar nicht mal das allersparsamste Gerät gewählt werden.

Wissenswertes zum Energielabel für Waschmaschinen.

Ab Dezember 2013 darf es auf dem Markt keine Waschmaschinen mehr geben, deren Energieeffizienzklasse schlechter als A+ ist. Die meisten Geräte sind jedoch ohnehin deutlich sparsamer.
Das Energielabel für Waschmaschinen gibt den Stromverbrauch für 220 Waschzyklen im Jahr an. Dieser wird ermittelt aus dem 60°C-Programm bei voller Beladung und bei Teilbeladung sowie mit dem 40°C-Programm bei Teilbeladung. Des Weiteren wird die maximale Beladung in Kilogramm im Standardwaschprogramm für Baumwolle, 60°C oder 40°C angegeben, sowie der Wasserverbrauch pro Jahr, die Waschwirkungsklasse und die Lautstärke angegeben.

Hinweise für den Kauf einer neuen Waschmaschine.

Neben der möglichst guten Energieeffizienzklasse sollte die Größe der Waschmaschine passend zur Größe des Haushalts gewählt werden. Die Größe der Trommeln unterscheidet sich heute stärker als noch vor wenigen Jahren. Bei zwei Personen reicht eine Kapazität von 5 kg aus und mehr als 7 kg sind selten notwendig. Die Trommel sollte beim Waschvorgang regelmäßig vollgepackt werden, so arbeitet die Maschine am effizientesten. Wird die Maschine nur zu Hälfte gefüllt, verringert sich der Strom- und Wasserverbrauch nur um etwa 20 bis 30 Prozent.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schleuderdrehzahl. Mehr Schleuderleistung bedeutet auch einen höheren Stromverbrauch. Aber wenn die Wäsche anschließend maschinell getrocknet werden soll, spart eine höhere Drehzahl wieder Strom beim Trockner. Ideal ist eine Umdrehungszahl von 1.400 Umdrehungen pro Minute (U/min).

Tipps und Tricks für den Alltag.

Wie schon erwähnt, ist die komplett gefüllte Waschmaschine am effizientesten, aber es gibt beim Wäschewaschen noch mehr Einsparpotenzial im Alltag:

  • Bei der Wahl der Temperatur reichen in den allermeisten Fällen 30- oder 40-Grad Programme aus, um die Wäsche hygienisch sauber zu bekommen. Höhere Temperaturen haben einen deutlich höheren Stromverbrauch zur Folge.
  • Am meisten Strom kann durch einen Warmwasseranschluss gespart werden. Wenn die vorhandene Waschmaschine keinen Anschluss für Warmwasser hat, gibt es spezielle Vorschaltgeräte.
  • Wenn die Waschmaschine ein Wassersparprogramm hat, dann reicht dieses bei normal verschmutzter Wäsche aus.
  • Eine Vorwäsche ist nicht notwendig.

Über Andreas Kühl.Energieblogger Andreas Kuehl

Andreas Kühl ist Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Mit energynet.de betreibt er einen der bekanntesten und nach dem ebuzzing-Ranking auch einen der einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Dem Thema Energieeffizienz gilt dabei sein besonderes Interesse, sowohl in privaten Haushalten als auch in der Industrie.

Nächsten Freitag geht es hier weiter mit Andreas Kühl und der neuen Serie „Energiesparen im Haushalt“!

  1. Thomas sagt:

    Sehr gute Tipps. Wir sind nämlich gerade bei Hausbau und beschäftigen uns aktuell noch mit dem aufstellen des Gerüstes https://www.geruest.com/ . Aber das Thema Waschmaschine werden wir auf jeden Fall auch schonmal entsprechend planen.

  2. Klaus sagt:

    Interessante Fakten und Tipps, war mir z.B. nicht bewusst, dass man bei halber Waschladung nur 20-30 % an Strom und Wasser spart. Hier gibt’s übrigens auch immer mal Tipps zum Thema Sparen im Alltag

  3. Sebastian sagt:

    Noch ein Tipp: immer den Stecker von der Waschmaschine ziehen denn sie brauchen auch immer Strom wenn sie auf AUS steht. Das habe ich mittels eines Energiekostenmessgerätes heraus gefunden, meine Wm. brauch 4-5 Watt im standby.

  4. Fabian sagt:

    Ich danke Ihnen für diesen interessanten Artikel. Am besten man schaut schon beim Kauf einer neuen Waschmaschine genau auf die Energieklasse. Es lohnt sich durchaus etwas tiefer in die Tasche zu greifen und ein stromsparenderes Modell zu kaufen. Es gibt mittlerweile auch günstige, sehr stromsparende Modelle. Man muss einfach mal vergleichen.

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